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Sprachkenntnisse richtig angeben

Stand: 17. September 2026

Für Sprachen gibt es eine Skala, die nachprüfbar ist: den **Gemeinsamen

Europäischen Referenzrahmen**, A1 bis C2. Sie ist die einzige, die im deutschen

Bewerbungswesen eine Bedeutung hat, weil hinter jeder Stufe eine Beschreibung

steht, die jeder nachlesen kann.

Die Stufen in einem Satz

Stellen die höchste sinnvolle Angabe.

Warum „verhandlungssicher" keine Angabe ist

„Verhandlungssicher", „fließend" und „gute Kenntnisse" sind

Selbsteinschätzungen ohne Maßstab. Jeder versteht etwas anderes darunter, und im

Gespräch stellt sich heraus, was gemeint war — meist zum Nachteil dessen, der es

geschrieben hat.

C1 ist beides: nachprüfbar und bescheiden. Wer es angibt, verspricht etwas,

das eine Beschreibung hat. Wer „verhandlungssicher" angibt, verspricht etwas,

das der Leser sich selbst ausdenkt.

Keine Balken, keine Sterne, keine Prozente

Grafiken wie „Englisch ●●●●○" oder „80 %" behaupten eine Messung, die niemand

vorgenommen hat. Sie sehen ordentlich aus und sagen nichts: Vier von fünf

Punkten sind kein Niveau. Dazu kommt ein praktisches Problem — Programme, die

Bewerbungen einlesen, können mit Balken nichts anfangen. Was als Bild dasteht,

kommt in der Auswertung nicht an.

Dasselbe gilt für Kenntnisse und Software:

Ein Satz, der eine Fähigkeit belegt, trägt weiter als eine Skala, die sie

behauptet.

Wie ein Eintrag aussieht

```

Sprachen

Deutsch Muttersprache

Englisch C1

Spanisch B1 (Auslandssemester Valencia, 2019)

```

Ein Nachweis in Klammern hilft dort, wo die Stufe überrascht — bei einer Sprache,

die nicht zum übrigen Werdegang passt. Zertifikate (Cambridge, DELE, TOEFL)

gehören mit Jahr dazu, wenn es sie gibt.

Was man weglässt

Sprachen unter A2 sagen nichts. „Latein: Schulkenntnisse" ist keine

Sprachkenntnis, sondern eine Erinnerung. Und wer eine Sprache angibt, sollte

damit rechnen, im Gespräch ein paar Sätze darin zu wechseln — was im Lebenslauf

steht und dort nicht trägt, schadet mehr, als es nützt.